DGhK-Kongress 2018: Pressemitteilung

Auch hochbegabte Kinder wahrnehmen und fördern: Kongress "Gesichter von Hochbegabung" in der Thomas-Morus-Akademie Bensberg

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Berlin/Bensberg. Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich ausgebildet, um die mittelgute Schülerin zu unterrichten. Die Schülerinnen und Schülern mit weniger guten, aber vor allem mit überdurchschnittlichen Begabungen fallen dabei häufig durch das Ausbildungsraster und überfordern dadurch viele Lehrkräfte. Dies ist eine Erkenntnis, die auf dem Hochbegabten-Kongress anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DGhK in Bensberg von Fachwissenschaftlern bestätigt wurde. Ebenso wurde deutlich: Es gibt nicht „das“ hochbegabte Kind und deshalb gibt es auch nicht „die“ Förderung.

Die gemeinsame Initiative des Bundes und der Länder „Leistung macht Schule“, die die Entwicklungsmöglichkeiten leistungsstarker Schülerinnen und Schüler stärken soll und im Januar mit 300 Schulen deutschlandweit startete, wurde von den mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kongresses in Bensberg deshalb mit viel Wohlwollen, aber auch kritischen Nachfragen gewürdigt. Ulrich Wehrhöfer, vom Ministerium für Schule und Bildung NRW stellte für die Kulturministerkonferenz die Initiative vor, verwies auf die großen Chancen dieser Initiative für die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität, der Fachdidaktik und Lehrerfortbildung und warb für Geduld und realistische Erwartungen an die Initiative. In diesem Kontext forderte Ursula Hellert vom CJD in Braunschweig eine „echte Inklusion“, die nicht nur Kinder mit Förderbedarf in den Blick nimmt, sondern auch die hochbegabten, die es in den normalen Schulbetrieb zu integrieren gilt. Martina Rosenboom von der DGhK betonte, dass alle Kinder davon profitieren, wenn Lehrkräfte mehr auf Begabungen und Stärken der Kinder achteten. Eine auf zehn Jahre angelegte und länderübergreifende Initiative, die Forschung und Praxis zusammenbringt, wurde von allen Beteiligten als wichtiger Schritt in die richtige Richtung angesehen. Professor Ziegler von der Universität Erlangen-Nürnberg betonte, „die Gesellschaft sollte interessiert sein, dass Hochbegabte ihr Potenzial ausschöpfen wollen.“

Der Kongress „Gesichter von Hochbegabung“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK), der Thomas-Morus-Akademie Bensberg und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) mit Unterstützung der Kirmser Stiftung vom 16.-18.3.2018 durchgeführt.

PM-18-01, 26. März 2018

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